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Testamentsspende für Vereine: So gewinnen Sie Vertrauen und Wirkung über Generationen

Eine Testamentsspende – auch bekannt als Nachlassspende oder Erbschaftsspende – ist eine besonders nachhaltige Form des Gebens. Dabei setzen Menschen ein starkes Zeichen für gesellschaftliches Engagement, indem sie einen Teil ihres Vermögens in ihrem Testament einer gemeinnützigen Organisation vermachen. Ob Geld, Immobilien oder Wertpapiere – dieses Vermächtnis für den guten Zweck wirkt weit über das eigene Leben hinaus und ist eine großartige Möglichkeit für gemeinnützige Organisationen, langfristig und nachhaltig zu wirken.

Entwicklungen bei Testamentsspenden in Österreich

  • Im vergangenen Jahrzehnt hat sich das Aufkommen an testamentarischen Spenden mehr als verdoppelt. Die Summe der Nachlassspenden ist von ca. 50 Millionen Euro (2014) auf über 110 Millionen Euro (2024) gestiegen. Jeder zehnte Spendeneuro stammt somit bereits aus einem Testament.
  • Das durchschnittlich an eine Organisation vererbte Vermögen liegt bei ca. 100.000 €
  • Mit rund 10 % des Spendenaufkommens liegt Österreich gleichauf wie Deutschland (10 %) und leicht hinter dem Niveau der Schweiz oder Frankreichs. In Belgien und den Niederlanden machen Testamentsspenden hingegen bereits über 30 % aus, was aber auch an den unterschiedlichen gesetzlichen Rahmenbedingungen liegt.
  • 2012 konnten sich nur 8% der über 40-jährigen Menschen im Land eine Testamentsspende persönlich vorstellen. Heute ist fast jede fünfte Person offen dafür, so das Ergebnis unserer jüngsten Studie. Besonders groß ist das Interesse laut der im Frühjahr 2024 durchgeführten Umfrage (2.000 Befragte) unter kinderlosen Personen. Rund ein Drittel von ihnen kann sich eine Testamentsspende vorstellen.
  • Testamentsspenden sind für mittlere und große Organisationen besonders relevant, da kleinere Vereine häufig Schwierigkeiten haben, sich als potenzielle Empfänger zu positionieren.
  • Laut aktuellen Prognosen wird sich das Potenzial von Testamentsspenden in den nächsten zehn Jahren weiter stark entwickeln, da die Babyboomer-Generation in die Jahre kommt und ein noch nie dagewesenes Vermögen vererbt werden wird. In den nächsten 30 Jahren werden laut Prognosen des Momentum Instituts fast 650 Mrd. € vererbt.

So gewinnen Vereine Testamentsspenden: 5 Tipps für langfristiges Fundraising

1. Bewusstsein schaffen

Viele potenzielle Spender denken nicht daran, dass sie Vereine in ihrem Testament berücksichtigen können. Informieren Sie Ihre Unterstützer durch gezielte Kommunikation auf Ihrer Website, in Newslettern und Social Media über diese Möglichkeit.

Haben Sie zum Beispiel gewusst, dass mehr als 50% der Testamentsspender*innen in Österreich vorab keinen direkten Kontakt zur Organisation hatten, die sie letztlich bedacht haben? Das hat der Erbschaftsreport 2024 von DeinAdieu gezeigt. Das heißt, es gibt enormes Potenzial für Ihr Fundraising. Aber wie erreichen Sie diese Menschen gezielt, vor allem digital? In Webinar „Testamentsspenden digital aktivieren“ am 8. April erfahren Sie es: Jetzt anmelden!

2. Vertrauen aufbauen

Transparenz ist der Schlüssel! Veröffentlichen Sie Erfahrungsberichte, Testimonialgeschichten und Wirkungsberichte zu bereits erhaltenen Testamentsspenden. Ein Verein, der offen über die Verwendung von Nachlassspenden kommuniziert, wird als vertrauenswürdiger wahrgenommen.

3. Rechtliche Sicherheit gewährleisten

Arbeiten Sie mit Notaren und Rechtsberatern zusammen, um potenziellen Erblassern eine professionelle Beratung anzubieten. Informieren Sie mit einem Erbrechtsratgeber über die Grundzüge von Testament und Erbrecht.

4. Persönliche Beratung anbieten

Persönliche Gespräche sind essenziell. Bieten Sie individuelle Beratungsgespräche für interessierte Spender*innen an und zeigen Sie ihnen, wie ihr Nachlass langfristig Gutes bewirken kann.

5. Teilnahme an „Vergissmeinnicht“

Die österreichische Initiative Vergissmeinnicht bietet Vereinen eine Plattform, um sich mit anderen gemeinnützigen Organisationen zu vernetzen und gezielt für Testamentsspenden zu werben. 100 Mitglieder-Organisationen aus den Bereichen Soziales, Tier- und Umweltschutz bis hin zur Kulturförderung sind Teil der Initiative. Mit einem umfassenden Serviceangebot (u.a. Vergissmeinnicht-Erbrechtsratgeber, digitaler Testamentsrechner, Online-Notarvideos) und kostenlosen Veranstaltungen klär Vergissmeinnicht seit 2012 über das Erbrecht und die Anforderungen an ein Testament auf. Der Informationsbedarf ist nach wie vor groß: Nur 31% der Personen über 40 haben bereits ein Testament gemacht. 50% bezeichnen sich als wenig bis gar nicht über das Erbrecht informiert.

Warum Sie jetzt auf Testamentsspenden setzen sollten

Der demografische Wandel, ein steigendes Vermögen bei älteren Menschen und eine neue Kultur des Gebens machen das Thema Testamentsspende aktueller denn je. Für gemeinnützige Organisationen und Vereine bedeutet das: Jetzt ist der ideale Zeitpunkt, strategisch, menschlich und mit Weitblick auf das Thema zuzugehen. Nutzen Sie bestehende Initiativen wie Vergissmeinnicht, bauen Sie vertrauensvolle Beziehungen auf und investieren Sie in langfristige Kommunikation.

Um potenzielle Testamentsspender*innen erfolgreich anzusprechen und professionell zu begleiten, sind Wissen, Fingerspitzengefühl und das richtige Vorgehen entscheidend. Im Lehrgang „Erbschaften wirkungsvoll einsetzen“ lernen Sie ab dem 13. Oktober 2025, wie Sie Testamentsspenden strategisch einsetzen, juristisch sicher gestalten und die langfristige Beziehungspflege stärken. Profitieren Sie von Best Practices und praxisnahen Einblicken in ethische und kommunikative Herausforderungen rund um das Thema Testamentsspenden.